Jack Sleepwalkers GehirnBLOGade

Kopfschüsse

Schubladen

Peter

Nachschlag zum „Dikussionsabend“ bei KLuST e.V. zum Kölner CSD Motto 2020

Wenn euch jemand zu einer Diskussion einlädt, was erwartet ihr dann?!

Ich zumindest keinen Flashmob. Womit ich nicht allein war.

Wenn man mich zu einer Diskussion einlädt, erwarte ich, weil ich vielleicht blöd und naiv bin, dass mich jemand anhört, ich der Person zuhöre, wir Argumente gegeneinander abwägen und dann zu einem gemeinsamen Konsens kommen. Auch wenn ich einen Hals hoch 10 habe. Durch miteinander reden, wird er kleiner. Wenn man miteinander redet. Alte Trainer-Sozialer-Kompentenzen-Weißheit nur mal so. Mit-Augen-freundlich-roll-Smiley hier einfügen. Danke!

Weil ich bei der “Diskussionsrunde” – TALK zum ehemaligen Kölner CSD-Motto “Einigkeit! Recht! Freiheit!” von KLuST e.V. nicht dabei sein konnte, weil ich frisch operiert war, habe ich mit vielen Menschen, die ich kenne, inzwischen sprechen können. Und es waren Menschen, die pro, contra und ultra contra waren. Ein ultra pro Mensch war an dem Abend auch dabei. Wie alle erfahren haben.

Und das Ergebnis des Abends macht mich betroffen. Wirklich! WOTTSE VOLLFACK!?!?! Alter Falter! Schade, dass ich nicht selbst dabei war, für die nächste Kommunikationsschulung, wie Kommunikations nicht geht, wäre der Abend ein episches Beispiel gewesen. ECHT ey!

Erstmal HUT AB – dass KLuST e.V. nunmehr das Motto geändert hat. Zu einem – was nicht so innovativ und treffend ist, wie das von Halle – Vielfalt ohne Alternative! Aber zu einem, das deutlich macht, was UNS  A L L E N fehlt. Mehr Menschenrechte! Und was uns alle auch eint. Obgleich unsere Menschenrechte vom Grundgesetz eigentlich geschützt sein sollten.

Sind sie aber nicht. Die Würde eines Menschen ist unantastbar heißt es darin. Wie unantastbar diese ist, wurde an diesem Abend deutlich, als ein Aktivist aus unserer LGBTIQ*-Mitte, der über 60 Jahre alt ist und seit über 20 Jahren sich für unser ALLER Rechte einsetzt, von Menschen aus der LGBTIQ* Communtiy geschubst wurde, welche vermutlich jünger waren, als das Engagement des Menschen, der auch Respekt verdient hat, obgleich er vielleicht nicht der gleichen Meinung zu dem Motto des CSDs war. 

Sorry – ich habe viel Verständnis für vieles und auch ich fand das Motto sehr beschissscheiden gewählt, aber dennoch käme ich NIE auf die Idee Menschen anzuschreien, Menschen zu schubsen, Menschen zu etikettieren, obwohl ich selbst kein Etikett tragen möchte und in keine Schublade passen mag und insbesondere käme ich nie auf die Idee, dass man mir durch so ein Verhalten dann dennoch Gehör verleiht und einlenkt. Was KLuST e.V. tat. Und allein das zeugt von Größe!

Ich kenne einige Organisationen, die diese Größe nicht hatten. Daher Respekt an KLuST e. V. an der Stelle! Wirklich.

Gut finde ich auch gut, dass sie neutrale Moderatoren gewählt haben an dem Abend, um die Diskussionsrunde zu leiten. Leider wäre die Investition in ein Körperspracheseminar als Kommunikationsmittel vorab ebenfalls sehr ratsam gewesen. Facepalm an der Stelle einfügen bitte! Danke.

Mit verschränkten Armen da zu sitzen, ohne eine Miene zu verziehen, während Menschen sehr emotional von ihrem Leid an persönlicher Diskriminierung berichten, welche sie nicht an das Recht, die Einheit und Freiheit glauben lässt, die ihnen im Grundgesetz versprochen wird, hat tatsächlich den Effekt des Öls ins Feuer zu gießen. Was ohnehin schon in der illustren Runde an diesem Abend vorhanden war. Womit ich ehrlich gesagt – gerechnet habe.

Es gab tatsächlich Menschen, die von der Anwesenheit des AfD-Sympathisanten, der sich zur zum G im LGBTIQ* offen bekennt, wie auch zu seinen blauen Schlumpffreunden in seinem Blog (den diese lesen würden, wenn es nicht die Bild-Zeitung gäbe) – ÜBERRASCHT waren. Ich war es nicht. Und ich hab keine Glaskugel nur mal so. Ich kann aber 1+1 zusammenzählen und unterschätze vermeintliche Patrioten und besorgte Würger nicht. Und genau das haben einige – bei der Wahl vorherigen Mottos. Aber auch an dem Abend. Zum Glück gab es Menschen, die besonnen genug reagierten, auf dass der Schlumpf nicht auf die Mütze bekam, was er sich erhofft hat, was er sodann sicherlich medienwirksam verkauft hätte. Für seine Patrioten. 

Man war nämlich eigentlich zuviel mit sich selbst und seiner eigenen Suppe beschäftigt. Und ließ sich mitreißen. Sei es zu impulsiven Ausbrüchen oder zum stumm Dasitzen. Was im Übrigen, wenn man auch nur ein BISSEL Idee von zwischenmenschlicher Kommunikation und Deeskalationstechnik hat, nicht gut enden kann. In jedem Fall nicht konstruktiv, denn an dem Abend ging keine der anwesenden Personen glücklich und zufrieden nach Hause. 

Selbst die nicht, die dort hinkamen, um zu brüllen und zu provozieren bis es in Handgreiflichkeiten eskaliert und man dann das Opfer ist. Getreu dem Motto – “Ich werde immer marginalisiert und wenn nicht, spuck ich dir ins Gesicht, damit du mich schlägst, dann bin ich endlich marginalisiert und habe den Beweis, dass alle Welt gegen mich ist. Dann ist meine Welt schön, weil sie so schlecht ist, wie ich sie will”. Das haben aber auch diese Menschen aus dem LGBTIQ*-Spektrum an dem Abend nicht bekommen. Die auch dahin kamen. Womit ich gerechnet habe. Dennoch mussten auch sie nach Hause gehen, ohne das bekommen zu haben was sie wollten, da der Talk abgebrochen werden musste, der keiner war.

Letztendlich hatte der Abend etwas Gutes. Er machte deutlich, wie wirklich vielfältig unsere Community ist. Und er machte auch deutlich, dass man Trolle nicht füttern soll. Diese sind an dem Abend wirklich hungrig nach Hause gegangen. Sei es die Bunten oder der Blaue. Und danach sollte man nicht nur das Motto eines CSDs ausrichten, sondern auch sein Leben. Und nicht nur an sich selbst, sondern andere denken. Dann ist nämlich wirklich an ALLE gedacht. Das wurde nämlich bei dem vorherigen Motto und dem Abend nicht bedacht. JUST THINK ABOUT IT!

WENIGKEIT, FRECH UND GEILHEIT – mein Statement zum diesjährigen Motto des CSDs in Köln

WTF?! – genau das ging mir durch den Kopf, als ich erfuhr unter welchem Motto der CSD dieses Jahr in Köln stattfinden soll…

“Einigkeit! Recht! Freiheit!” als Motto für eine politische Demo. 

Nein, für keine Pegida-Demo von wirren Rechten, die meinen besorgt in der Mitte von einer Nation zu stehen und stolz zu sein nicht zu wissen, wo die Mitte im Ganzen ist. 

Nein, es soll tatsächlich ein Motto für einen CSD sein. Nicht in Sachsen. In Köln. Beschlossen durch Mitglieder von KLuST e.V., einem 1991 gegründeten Verein, welcher u.a. alljährlich Veranstalter der CSDs in Köln ist.

DAS – wussten viele meiner insbesondere jungen Follower bei Twitter bis dahin gar nicht. Zumindest DAS hat KLuST e.V. damit erfolgreich geschafft. Mehr Menschen aus dem LGBTIQ* kennen nunmehr den Verein deutschlandweit als Veranstalter und fragen sich, wie ich – was der Vollfuck soll…

Auch die Erklärung des Mottos auf der Seite von KLuST e.V. macht es in meinen Augen nicht besser: https://www.colognepride.de/de/motto-2020/

Um ehrlich zu sein, wusste ich bisher gar nicht, dass Marihuana in Köln offenbar bereits legalisiert worden ist – anders kann ich mir diese zurecht gesponnene Erklärung auch nach einer halben Flasche Wein nicht plausibel erklären, geschweige denn nachvollziehen, wie man darauf kommt?!

Wir pflegen zwar in der Community traditionell uns beleidigende Schimpfwörter durch “Umwidmung” sich anzueignen – aber mal ganz ehrlich, die Nationalhymne auf einem CSD mit zu johlen, nach dem wir uns jedes verfuckte Recht hart beim Rechtsstaat erstritten haben – da bin ich persönlich zu sehr Schwuchtel, als dass ich das könnte. Und das obwohl ich Deutschland im Gegensatz zu meinem Geburtsland liebe.

Der Veranstalter selbst räumt ein, dass das von den Mitgliedern beschlossene Motto für regen Diskussionsbedarf sorgt, was in meinen Augen wiederum eine sehr euphemistische Umschreibung für einen Shitstorm bei Social Media ist. Getreu dem Motto auch schlechte Presse, ist Presse und hey – immerhin kennt man uns jetzt auch in Castrop-Rauxel.  Bei der Umfrage von Queer.de äußerten 54% der Umfrageteilnehmer zum diesjährigen Motto vom ColognePride keine Bedenken, sondern waren schlicht und entschieden DAGEGEN: https://www.queer.de/abstimmen_ergebnis.php?wahl=885

Viele Menschen aus meiner Timeline bei Twitter wollen tatsächlich dieses Jahr dem Kölner CSD aufgrund des Mottos fern bleiben und lieber an anderen regionalen CSDs teilnehmen. Und auch ich werde von einer Anzeigenschaltung im Veranstaltungsheft absehen. DARIN – sehe ich eine Einigkeit. Das hat KLuST e.V. erfolgreich geschafft.

Denn im Kampf um unsere Rechte herrscht in der LGBTIQ* Community heute in vielen Bereichen leider nach wie vor – WENIGKEIT.

Jeder Buchstabe des LGBTIQ* kämpft oft alleine für sich und sieht sich durch andere und deren Veranstaltungen – insbesondere in der CSD-Saison als Konkurrenz bedroht. Vergangenes Jahr holte jemand eine Ausstellung zum Thema Intergeschlechtlichkeit nach Duisburg und durfte in seiner Transcommunity-Gruppe keine Werbung hierfür machen, weil man es als Konkurrenzveranstaltung zur eigenen Ausstellung sah, die am gleichen Tag endete, wie die andere begann. Facepalmsmiley bitte hier einfügen. Danke! 

Ein anderer Verein, welcher sich der geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt augenscheinlich öffnet und sogar hierfür seinen Namen ändern wird, sieht sich zeitlich in seiner eigenen Interessenvertretung bedroht bezüglich Mitspracherechts bei Entscheidungen im Vorstand. Also Einigkeit – sieht für mich an der Stelle wirklich anders aus! Wenigkeit treffe somit als Motto den Nagel auf den Kopf viel besser. Warum nicht diese?! Zumal wir als LGBTIQ* wirklich eine Minderheit in der Gesellschaft sind – also Wenigkeit. Nachdenklichen Smiley einfüg.

Angesichts der Tatsache, dass trans* Menschen HEUTE noch immer nach einem Gesetz von 1981 sich entwürdigenden Zwangstherapien und Zwangsbegutachtungen aussetzen müssen, nur um einen Namen und einen Personenstand zu bekommen, auf welchen sie von Geburt an ein Recht haben, weil sie so geboren worden sind… um dann noch trotzdem mit dem falschen Vornamen und falschen Bezeichnung als Elternteil in der Geburtsurkunde ihrer leiblichen Kinder zu stehen… merkt ihr was? Ich suche die Würde und das Recht auf die Würde an dieser Stelle. Und ich find sie nicht! Frech oder?!

Auch intergeschlechtlichen Menschen wird derzeit das Recht auf ihre dritte Option zum eigenen Geschlechtseintrag von Standesämtern verwehrt und ein Gericht wird entscheiden, ob sie das Recht, welches ihnen seit letztem Jahr eigentlich zusteht, tatsächlich haben. Frech oder?! Wäre da nicht neben Wenigkeit, „Frech“ als Motto treffender als Recht?

Frech – finde ich an der Stelle tatsächlich so zu tun, als wenn wir alle das gleiche Recht schon hätten. Haben wir nämlich noch lange nicht. Aber ich finde, wir sollten frech sein, genau DAS gemeinschaftlich einzufordern!

Und zwar mit allen ZUSAMMEN, die nicht Teil der LGBTIQ* Community sind und es genauso sehen wie wir. Nämlich, dass wir ALLE gleich sind und ein Recht auf Würde haben und gemeinschaftlich für dieses in Zukunft eintreten sollten.

Ich finde wir sollten tatsächlich in Zukunft die Geilheit haben, uns genau dieses Recht herauszunehmen. Genauso wie KLuST e.V. die Geilheit hatte relativ medienwirksam sich ein nationalistisch gefärbtes Motto für eine CSD-Veranstaltung aussuchen zu können, welches man sich dann in aller Ausführlichkeit an den Haaren zurecht interpretiert hat, damit es passt. Wie ein extravaganter Sitzschuh, in dem man weder laufen, noch tanzen kann und am Ende des Abends mit Blasen und Hühneraugen nach Hause humpelt. Aber immerhin hatte man die Freiheit so ein Motto für eine Gedenkveranstaltung zum Stonewall-Aufstand gegen sexuelle Minderheiten, die sich gegen Polizeiwillkür wider setzten, sich aussuchen zu können. Und ich habe die Freiheit entscheiden zu können, ob ich dieses Jahr beim CSD in Köln teilnehme. Ich habe da meine Bedenken. 

KLuST e.V. bittet Mitglieder diese Woche zu einem gemeinsamen Austausch ein, bei dem entsprechende Bedenken kommuniziert werden können. Leider kann ich aus gesundheitlichen Gründen an diesem nicht teilnehmen, obwohl ich anders, als bei der Wahl des Mottos, es dieses Mal könnte. Was ich bedauere. Andere werden aber ihre Bedenken äußern dürfen. In einem gemeinsamen Dialog. 

Ich bin gespannt auf das Ergebnis dieses Austausches. Denn in dem Wort G E M E I N S A M, sollte weder die Gewichtung auf gemein, noch einsam gelegt werden. Etwas, das unsere Community leider noch immer oft vergisst. 

Vielleicht wäre WENIGKEIT, FRECH und GEILHEIT ein treffenderes Motto für einen CSD. Denn ich finde trotz allem, es geil ein Teil der Community zu sein und etwas tun. Und es gibt, wie wir merken – noch viel für zu tun…

Hallo Welt! What the fuck ist Vollfuck.de?!

Willkommen bei WordPress. Dies ist mein erster Beitrag hier. Also – WTF ist denn nun Vollfuck.de?!

Vollfuck, der  – erstmalig von mir ausgesprochen worden innerhalb einer Dienstbesprechung, als ich noch im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit bei einem Jobcenter beschäftigt war. Meine Teamchefin stellte dem Team eine erneute Änderung einer Änderung, einer vorangegangenen Änderung, welche erneut durch die Fläche* umgehend umgesetzt werden sollte. Was lediglich bedeutete, dass die vorangegangene Arbeit von ca. 4 Wochen überflüssig war. Genauso wie zuvor, die Arbeit von ca. 6 Monaten zunichte gemacht wurde, durch innovative Änderungen, die uns – der Fläche, die Arbeit erleichtern und dem Kunden dienen sollte. Was nicht der Fall war. Auf keiner der beiden Seiten.

So in etwa, wie ihr jetzt guckt – schauten alle entgeistert meine Teamchefin an, die Hilfe suchend sich an mich wandte, weil ich sonst in jedem Dünnschiss auch noch ein Fünkchen Logik fähig war zu finden und so diverse Male Kolleg_innen dazu motiviert bekam, Änderungen umzusetzen. Sie fragte mich jedenfalls, was ich davon halte und ich sagte: „Das ist doch Vollfuck!“

Das hatte sie nicht erwartet, aber immerhin habe ich einen Teil vom Team zum Lachen gebracht und einem anderen Teil aus der Seele gesprochen. Sowie vielen Kunden auch.

Auch nach dem ich meinen Arbeitgeber gewechselt habe, wurde ich mit meinem „Vollfuck“ von einigen Kolleg_innen gern zitiert. Zu meiner ehemaligen Teamchefin habe ich ein freundschaftliches Verhältnis.

Der Begriff „Vollfuck“ steht stellvertretend für „Mir kocht die Galle über!“, „Idiotischer geht’s kaum!“ und „Den Scheiß könnt ihr so nicht machen!“. Genau diesen Themen widme ich mich in meinem Blog. Meiner GehirnBLOGade.

Warum? Weil es viele Dinge gibt, die mir den Arsch platzen lassen in der Welt. Und ich bin nicht alleine damit. Aber im Gegensatz zu vielen anderen, bringe ich DAS genauso hier zu Papier oder besser gesagt in Netz. Denn Scheiße schönreden, ist einfach nicht mein Ding.  Außer man hat einen Ileus und kann nicht. Und davon hatte ich schon einige.

In diesem Sinne – stay contidingsi hier… Fortsetzungen folgen!

*Fläche = von der Geschäftsführung wohlwollende und vermeintlich anerkennende Bezeichnung für Idioten, die praktisch mit Kunden arbeiten, die Weisungen zu ihrer praktischen Arbeit erhalten von höher gestellten Idioten, die praktisch weder die Kunden kennen, noch die praktisch mit ihnen arbeitenden Idioten zu ihrer Arbeit befragen, aber über Erfahrungen verfügen. Ihr verfügt jetzt auch über Erfahrung! Ihr habt erfahren, wie es zu der Entstehung des Begriffes „Vollfuck“ gekommen ist. Mehr braucht man nicht wissen. Ihr seid qualifiziert. Schreibt das wohlwollend in euren Lebenslauf! 😉